"Sie sind von nun an vier Tage Abgeordnete des Deutschen Bundestages"

 

 

Mit diesen Worten wurden die diesjährigen Teilnehmer/innen des Planspiels „Jugend und Parlament 2012“ (JuP) im „Wegweiser für die Abgeordneten von Jugend und Parlament“ begrüßt.

JuP simuliert den Weg der deutschen Gesetzgebung für Jugendliche zwischen 16 und 20 Jahren, wobei sie als „Abgeordnete auf Zeit“  an den Originalschauplätzen des parlamentarischen Geschehens in Berlin Politik selbst in die Hand nehmen.

Die Hälfte der „echten“ Abgeordneten entsendet hierzu jedes Jahr einen Jugendlichen aus dem eigenen Wahlkreis, und ich hatte durch Einladung der Abgeordneten Mechthild Dyckmans (FDP) die Chance, an dem Planspiel teilzunehmen.

Gespannt und doch ziemlich nervös ging es für mich am 09. Juni auf nach Berlin, im Gepäck vor allem Neugier auf die anderen gut 300 Teilnehmer, deren (politische) Ansichten, und vor allem die große Freude darauf, „hinter die Kulissen“ des deutschen Bundestages schauen zu dürfen.

Kaum angekommen wurden wir auf die fünf Fraktionen des Bundestages (die im Spiel jedoch fiktive Namen hatten) nach Mehrheitsverhältnissen verteilt und bekamen unsere ebenso fiktiven Lebensläufe zugeteilt – von nun an war ich Emma Jansen, Mutter dreier Kinder, 42 Jahre alt und MdB für die „CVP“, die Christliche Volkspartei.

In den folgenden drei Tagen wurde in den Fraktionen, in Ausschüssen und zuletzt im echten Plenum über vier Gesetzesentwürfe (Datenschutz, diskriminierungsfreie Bewerbung, Pflegefreistellung und PKW-Maut) debattiert, was manchmal sehr hitzig, dann aber auch wieder sehr konstruktiv verlief. 
An unserem letzten Tag wurde über die Gesetzesentwürfe im Plenum abgestimmt, wobei – wie in echt- Reden gehalten wurden. Da ich am Abend vorher zu einem von drei Rednern unserer Fraktion zum Thema „Pflegefreistellung von Familienangehörigen“ gewählt worden war, durfte ich vier Minuten lang am Rednerpult im Plenarsaal stehen und für die „CVP-Fraktion“ sprechen –ein unbeschreibliches Gefühl!

Nach dem wirklich guten Schlusswort von Bundestagspräsident  Prof. Dr. Norbert Lammert war unsere Zeit in Berlin auch schon wieder vorbei.

Das Planspiel war einfach nur genial, aus diesen vier Tagen durfte ich so viel mitnehmen, vor allem aber auch das Gefühl, dass Politik aktiv mitgestalten sehr anstrengen ist oder sein kann - und sich gerade deshalb lohnt.

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