Zeitzeugengespräch zum 17. Juni 1953

 

 

Am 17. Juni nahmen die Geschichtskurse der Q 2 von Herrn Krüger und Herrn Palmié an einem Zeitzeugengespräch an der Engelsburg zum Volksaufstand am 17. Juni 1953 in der DDR teil. Dieses war anlässlich des 60. Jahrestages von der Hessischen Landeszentrale für politische Bildung (HLZ) im Rahmen des Hessentages organisiert worden. Nach einem Einführungsvortrag von Frau Dr. Carmen Everts von der HLZ zu Ursachen, Ablauf und Folgen des 17. Juni 1953 berichtete ein Zeitzeuge und Aktivist dieses Ereignisses, Horst Kreeter (geb. 1931), von seinen Erlebnissen. Neben den konkreten Abläufen des Volksaufstandes, den er direkt in Ost-Berlin miterlebt hatte, standen breite Einblicke in seine Jugend in der DDR, die gezeichnet war von Mangel an Nahrungsmitteln und politischer Unterdrückung, im Mittelpunkt seiner Ausführungen. 1956 wurde er wegen angeblicher Spionage für die USA zu 10 Jahren Haft verurteilt, die er im berüchtigten Gefängnis von Torgau an der Elbe verbüßte. 1964 wurde er von der Bundesrepublik Deutschland aus der Haft freigekauft und lebt seitdem im Rhein-Main-Gebiet. Seine anschaulichen und lebhaften Schilderungen zogen die rund 80 teilnehmenden Schülerinnen und Schüler von ASS und EB in ihren Bann.  Diese stellten ihm anschließend auch noch weiter führende Fragen zu seinen Gefühlen und Einschätzungen im Hinblick auf den Volksaufstand. Am Schluss erhielt Herr Kreeter für seine Antworten, besonders aber für den Hinweis, dass er eine Einladung der Bundeskanzlerin zum offiziellen Staatsakt in Berlin ausgeschlagen habe, um jungen Menschen von seinen Erlebnissen berichten zu können, lang anhaltenden Applaus.

 

Site durchsuchen