Die Schulorgel bezaubert und Albert Schweitzer macht nachdenklich

Die Aula war gut besucht. Neben Schülern, Lehrkräften und Eltern waren zahlreiche Ehemalige (Schüler und Lehrer) gekommen. Eingeleitet wurde der von Förderverein und Gesamtelternbeirat organisierte Abend von einem Dank an Eltern, die sich um die Orgel, aber auch darüber hinaus um Förderverein und Elternvertretung besonders verdient gemacht haben. So übermittelte Frau Emde die Wertschätzung der Schulgemeinschaft an Frau Czerny, Frau Ludwig-Becker, Frau Wurmbach-Berger und Herrn Garbe.

 

Dann herrschte eine spürbare Anspannung in der Aula. Wie würde sie klingen, die neu sanierte Orgel. Und als die ersten Töne erklangen, wurde deutlich, was schon vor 61 Jahren an der Schulorgel der ASS gelobt wurde: Eine bezaubernde kleine Orgel hat wunderbare Möglichkeiten, hieß es damals in der Presse. Fortan wechselten sich Herr Ritter an der Orgel mit Werken von Mendelssohn bis Johann Sebastian Bach und Herr Alsenz mit Texten vor allem von Albert Schweitzer und vom damaligen Direktor Herzog ab. Es ergab sich ein Miteinander von Melodien und Texten -bewegend, nachdenklich, aufrufend, mitnehmend. Einige der Texte entstammen dem kleinen Schatz an Zeitzeugnissen, den unser Archiv bietet und der von Herrn Rose aktuell auch mit Blick auf die 150-Jahr-Feier in vier Jahren gehoben wird. Der Abend mündete in Worten Schweitzers zum Trost in der Welt, die er mit dem Werk Bachs verband, und Bachs Präludium in C-Dur, das schon bei der Einweihung der Orgel 1954 gespielt wurde. Am Schluss stand erneut der Dank: an die Mitwirkenden, die Gäste und an all die Spender (unter den Zuhörenden der Vorsitzende der Matthias-Kaufmann-Stiftung aus Hess. Lichtenau) sowie vor allem an die Vorsitzenden des Gesamtelternbeirats und des Fördervereins, Frau Dahlhaus, Frau Emde und Herrn Dr. Truß, die nicht nur in dieses besondere schulische Projekt viel Herzblut investiert haben. Am Ende gingen alle nach Hause mit den Klängen der feinen Schulorgel und den Gedanken Albert Schweitzers, der uns gerade heute angesichts der drängenden Fragen der Zeit viel zu sagen hat. Mit der Wiederinbetriebnahme der Orgel haben wir als Schule eine große Brücke geschlagen in die Jahre 1954 bis 1956, d.h. in die Zeit, als unsere Aula wiedereröffnet und Orgel und Aulawand als Kontrapunkt zur NS-Zeit und als Zeichen des Friedens und der Hoffnung in die Jugend installiert wurden. Wir haben mit der Orgel nicht nur dieses besondere Instrument erhalten, sondern zugleich auch für die aktuelle musikalische Bildung einen wichtigen Beitrag geleistet. Aufgrund des großen Engagements vieler Spender, der Matthias-Kaufmann-Stiftung, der Sparkassen-Stiftung und des Denkmal-Amtes sind die Gelder zweckgebunden zusammen gekommen, die nur für diesen Zweck bereit standen und keinem anderen Bereich der schulischen Arbeit weggenommen wurden. Und wir haben erfahren dürfen, dass trotz dessen, dass der Schulträger und die Stadt Kassel hier keinerlei Unterstützung leisten, ein solches Projekt mit vereinten Kräften der Schulgemeinschaft möglich werden kann. Nicht nur die vielen ehemaligen Lehrkräfte und Schülerinnen und Schüler haben uns dies am Abend etwas Besonderes bestätigt.

 

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