Das alte Gesicht der Kölnischen Straße 89

 

In den letzten Jahren hat sich das innere und äußere Gesicht unserer ASS ganz grundlegend verändert. So ist nicht nur mit dem SFN ein gewaltiger Neubau auf unserem Schulgelände errichtet worden, sondern der Altbau hat mit der Sanierung auch am Ende ein helles, lichtes und technisch modernes Innenleben erhalten, das nicht mehr an jene düstere Schwere erinnern lässt, die das Haus noch bis vor wenigen Jahren dominierte. Nun darf aber bei aller zeitgemäßen und auch notwendigen Modernisierung nicht übersehen werden, dass unser Altbau bereits das ehrwürdige Alter von 118 Jahren erreicht und sich über diese Zeit hinweg mehr als nur eine dünne Patina auf den Urzustand des Gebäudes gelegt hat, der nun unter dicken Schichten unansehnlicher Lacke und Farben an einer Stelle im Haus wieder an die Oberfläche gelangt ist – im Eingangsbereich zur Kölnischen Straße hin. In den letzten Tagen fanden dort umfangreiche Restaurierungsarbeiten an der alten Substanz statt, die uns nun den Zustand des Eingangsbereiches nahezu in der Weise zeigt, in der er am Ende des 19. Jahrhunderts – zwischen 1896 und 1898 – gestaltet worden war. Betritt man durch das schwere, mit Objekten im Stil der Neorenaissance eingefasste Portal den Bereich unterhalb der Treppe, finden sich jeweils rechts und links an den Wänden Ornamente, deren antikisierender Stil in der Zeit um 1900 üblich war, auch in privaten Gebäuden jener Zeit. Ursprünglich waren auch die Arkaden im Deckenbereich mit Ornamentik gestaltet und die wie Fensterrahmen scheinenden Einfassungen waren im hinteren Bereich vor der Treppe ursprünglich tatsächlich auch Fensterrahmen, deren Inneres an nach 1945 zugemauert hat. Dahinter befanden sich rechts und links jeweils Kesselräume für die Heizung bzw. ein „Kohlenbunker“ in dem Raum, wo heute der Aufenthaltsraum für die Schüler ist. Auf der anderen Seite, dort, wo heute die Schulsanitäter untergebracht sind, war die Wohnung des „Schuldieners“ der „Oberrealschule I“, die in unserem Schulhaus zwischen 1898 und 1945 untergebracht war und die zuletzt bis zu ihrer Auflösung durch die amerikanische Besatzungsmacht 1945 den Namen „Adolf-Hitler-Schule“ trug. Erst im Herbst 1945 zog die spätere Albert-Schweitzer-Schule in dieses Gebäude ein.

(Text: Hr. Rose)

 

 

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