Zeitzeuge Hartmut Wolters im Unterricht der Klassen 9ab und 9e

 

Zwei Schüler der beiden Klassen berichten von ihren Eindrücken:

 

„Es war uns, den Klasse 9ab und 9e, und letzten Freitag ein ganz besonderes Erlebnis, dass uns als Zeitzeuge Hartmut Wolters im Unterricht besuchte, um uns aus seinem Leben in der ehemaligen DDR zu berichten, die er Mitte der 1970er Jahre nach einem gescheiterten Fluchtversuch und mehrmonatiger Haftzeit verlassen konnte. So erfuhren wir vom Fluchtversuch über die ungarische Grenze und hörten die Gründe, warum er dieses lebensgefährliche Risiko mit Frau und Kindern auf sich genommen hat. Wir erfuhren vom Wunsch, die eigenen Kinder in Freiheit aufwachsen sehen zu wollen, von der permanenten Überwachung durch den Staat, von der gescheiterten Flucht, der Haft und der psychischen Folter in den DDR-Haftanstalten. So war er unter anderem im größten Stasi-Gefängnis in Hohenschönhausen inhaftiert.“

(Anselm Watschke, 9e, Hr. Rose)

 

„Herr Wolters wurde separat von seiner Familie im Stasi-Gefängnis Hohenschönhausen inhaftiert. Er berichtete uns über die harten Haftbedingungen, das schlechte und wenige Essen, die Isolation und die psychische Folter. Die Familie wurde im Gefängnis von einem zu dieser Zeit sehr berühmten Rechtsanwalt, Herrn Vogel, vertreten, den der im Westen lebende Bruder von Herrn Wolters vermittelt hatte. Nach mehrmonatiger Haftzeit und einem Prozess wegen versuchter Republikflucht erfolgte die Verurteilung zu über 2 Jahren Haft. Mit Hilfe des Rechtsanwaltes Vogel konnte jedoch die dauerhafte Ausreise der Familie in den Westen organisiert werden.

Dank des Besuches von Herr Wolters konnten wir einen kurzen Ausflug in die damalige Zeit machen. Außerdem war es informativer und spannender als gewöhnlicher Unterricht. Deswegen bedanken wir uns ganz herzlich bei Hartmut Wolters, dass er uns besucht hat, um uns seine Erlebnisse zu erzählen.“

(Antonia Langenhagen, 9b, Hr. Klaus)

 

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