Consul général

Visite de M. Henri Reynaud, Consul général de France

     

Französischer Generalkonsul zu Besuch in der ASS

  

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Dr. Henri Reynaud, französischer Generalkonsul in Frankfurt und zuständig für alle französischen Bürger in Hessen und Rheinland-Pfalz, war am 14. Juni einen Tag lang Gast im Fachbereich Französisch der Albert-Schweitzer-Schule. In vielen Gesprächen mit Schülerinnen und Schülern und den Französischlehrkräften konnte er sich davon überzeugen, dass der Französisch-Unterricht seit seinem letzten Besuch im Dezember 2007 mit einigen zusätzlichen, neuen Projekten und Fahrten nach Frankreich erheblich an Profil gewonnen hatte.

Die französische Bibliothek, das Centre de Documentation et d’Information, kurz CDI genannt, ist vor kurzem in einen hellen, großen Raum umgezogen, der mit vielen Jugendbüchern, Comics, Lexika, französischen Gesellschaftsspielen und Internetanschluss einlädt zum Schmökern, Arbeiten, Spielen, Recherchieren. Hier finden auch Ausstellungen, Lesungen, Filmvorführungen und Diskussionsveranstaltungen statt, häufig in französischer Sprache oder zu Themen, die Frankreich betreffen.

Der Vormittag war der Vorstellung verschiedener Projekte aus dem Unterricht und den Austauschfahrten gewidmet, natürlich von den Schülerinnen und Schülern ausschließlich in französischer Sprache vorgetragen.

 

  • Mit einer Power-Point-Präsentation stellte Lara Sokol, Schülerin im Jahrgang 10, zunächst die ASS vor, um einen Einblick in die vielfältigen Aktivitäten des Gymnasiums zu geben.

  • Vier Fünftklässler mit Französisch als 1. Fremdsprache brachten ihre neu erworbenen Sprachkenntnisse an, indem sie mit dem Generalkonsul ein Interview durchführten - „Comme de vrais journalistes“ - wie richtige Journalisten, äußerte er sich lobend. Was ihm in Deutschland gefällt, wollten sie natürlich wissen, und ob er nun bei der WM der deutschen oder der französischen Fußballmannschaft die Daumen drückt.

  • Anschaulich erzählten Schülerinnen und Schüler der Klasse 7b von ihrer Klassenfahrt nach Niederbronn-les-Bains im Elsass, von ihrem Besuch in Straßburg und ihrer Begegnung mit gleichaltrigen französischen Schülern. Im Rahmen dieser Fahrt hatten sie auch Friedhöfe mit Kriegsgräbern besucht und sich mit den schrecklichen Folgen beider Weltkriege auseinandergesetzt.

  • Vier Gastschülerinnen und Gastschüler aus der französischen Schweiz, die zur Zeit an der ASS für drei Monate in den zehnten Klassen aufgenommen sind, berichteten, wie sehr sie sich hier in den Kasseler Gastfamilien wohl fühlen und mit ihren Mitschülern gut zurechtkommen. Nach ihrer Ansicht sind die Anforderungen im Gymnasium hier genauso hoch wie im Gymnasium im Canton de Vaud (Westschweiz), neu ist für sie allerdings, dass es nicht nur Noten für schriftliche Arbeiten gibt, sondern auch für die Mitarbeit im Mündlichen.

  • Von ihren Erlebnissen beim Schüleraustausch mit Saint-Gilles-Croix-de-Vie (französische Atlantikküste), den Besichtigungen des Aquariums in La Rochelle und im Schloss von Nantes erzählten Schülerinnen und Schüler aus dem neunten Jahrgang. Während des Gegenbesuchs der Franzosen hier in Kassel hatten sie zusammen mit den Gästen an einem Projekt des Deutsch-französischen Jugendwerks gearbeitet: zum Verhalten gegenüber der Umwelt hatten sie Umfragen durchgeführt und sich beim Besuch verschiedener Organisationen (Regierungspräsidium, UmweltHaus) eine Meinung gebildet.

  • Schülerinnen und Schüler aus dem bilingualen Geschichtsunterricht der 9. Klassen berichteten ausführlich anhand einer Wandzeitung über die wechselvolle Geschichte der deutsch-französischen Beziehungen in den letzten 200 Jahren und äußerten die Hoffnung, dass die enge Freundschaft der beiden Länder auch weiterhin Bestand haben möge.

  • Über das Lektüre-Projekt „Prix des Lycéens allemands“ informierten zwei Schülerinnen aus dem Orientierungskurs Französisch im Jahrgang 11; sie stellten ihre Lieblingsbücher vor und berichteten von den spannenden Diskussionen während der Jury-Sitzungen zur Auswahl des besten Jugendromans.

  • Zwei Schülerinnen aus dem Leistungskurs Französisch im Jahrgang 12 erzählten anschaulich von dem Kooperationsprojekt mit dem Beruflichen Gymnasium in Beaune/Burgund, einer beruflichen Oberschule mit dem Schwerpunkt Weinbau, wo sie im Internat gelebt, am Unterricht teilgenommen und ihre französischen Partner bei der Arbeit im Weinberg unterstützt hatten.

     

Nachmittags stellte sich Dr. Henri Reynaud den kritischen Fragen der älteren Schülerinnen und Schüler aus den Klassen 10, 11 und 12. Er lobte ihre guten Sprachkenntnisse und erklärte ihnen, wie wichtig diese sind. Gute Französischkenntnisse vieler Deutscher seien ein Grund für den großen Erfolg deutscher Produkte in Frankreich. Wer im Ausland verkaufen wolle, müsse die Sprache der Kunden beherrschen. Zudem gab er ihnen nützliche Tipps für die Organisation eines Praktikums in Frankreich.

Dr. Henri Reynaud riet den ASS-Schülerinnen und Schülern zur Wahl zweisprachiger Studiengänge, von denen es inzwischen über 100 an verschiedenen Universitäten gibt. Gut ausgebildete Fachkräfte, die mehrere Fremdsprachen sicher beherrschen, seien in der europäischen Wirtschaft willkommen.

Der französische Generalkonsul ermunterte die Schülerinnen und Schüler, die Angebote zur zusätzlichen Qualifizierung in Englisch (Cambridge-Certificate) und Französisch (DELF-Diplom) im Rahmen des Fremdsprachen-Unterrichts zu nutzen, um auf dem europäischen und internationalen Arbeitsmarkt alle Chancen zu haben.

   

Sabine Denkwitz, 21.06.2010