Präsentationen im Abitur

 

Die Präsentation ist eine Möglichkeit in der fünften Prüfung. Die folgenden Ausführungen dienen der Entscheidungsfindung: „normale" mündliche Prüfung, besondere Lernleistung, Präsentation? Auf die allgemeinen Vorschriften und Bedingungen soll hier nicht eingegangen werden, sondern es soll vorgestellt werden, auf welche Anforderungen im Fach Geschichte sich die Fachkonferenz unserer Schule geeinigt hat. Dazu sollen auch Beispiele gegeben werden, wie ein Thema für eine Präsentation aussehen könnte.

 

 

Die Fachkonferenz hat sich auf folgende leitende Gesichtspunkte geeinigt:

 

  1. Das Thema der Präsentation wird als ein "offenes" Problem formuliert – entsprechend der Anforderungsebene III der Oberstufe (nähere Hinweise zu den Anforderungsebenen unter "Anforderungen an das Fach in der Oberstufe" auf unserer Homepage).

  2. Diese Art der Aufgabenstellung ermöglicht eine selbständige Herangehensweise an das Problem: Es muss bedacht werden, welche Informationen beschafft werden müssen, für das Thema relevant sind, herangezogen werden können, um im Sinne der Problemstellung letztlich zu einem Urteil oder einer Stellungnahme zu kommen und diese abzustützen. Der Lösungsweg zur Problemstellung wird also nicht Schritt für Schritt vorgegeben, sondern ist dem Prüfling überlassen.

  3. Die Präsentation ist ein mediengestützter Vortrag (mit anschließendem Gespräch). Deshalb sollte bei der Themenstellung bedacht werden, dass es auch Möglichkeiten gibt, die Präsentation medial zu unterstützen.

  4. Das Schwergewicht liegt dessen ungeachtet auf der inhaltlichen Kompetenz, zu deren Überprüfung auch das Gespräch im Anschluss an die Präsentation dient.

  5. Auch in einer Präsentation sind die Inhalte von mindestens zwei Kurshalbjahren zu verarbeiten.

  6. Die Aufgabenstellung wird so formuliert, dass eine fertige Lösung im Internet oder in der Literatur nicht zu erwarten ist.

 

 

Beispielaufgaben


1. Beurteilen Sie im Hinblick auf die Weimarer Republik und die BRD die Rolle von Parteien für die Stabilität einer Demokratie.

  • Gefragt ist nach den Parteien von Weimar (12/2) und den Parteien der BRD (13/1) und ihrem Verhältnis zur Demokratie, ihrem Verhalten im parlamentarischen System. Dies ist aufzuklären (Anforderungsebene I).

  • Gefragt ist danach, dies zu vergleichen. (Anforderungsebene II).

  • Erwartetet wird ein eigenes Urteil, das Schlussfolgerungen aus dem Vergleich im Sinne der Problemstellungen zieht (Anforderungsebene III).

  • Erwartet wird, dass dies medial unterstützt wird. In diesem Fall könnten zum Beispiel Wahlplakate dazu dienen, Parteien in ihrem Verhältnis zur Demokratie vorzustellen – aber auch andere Möglichkeiten sind denkbar.


2. Setzen Sie Sich mit der These von Sebastian Haffner aus seinem Buch "Anmerkungen zu Hitler" auseinander, in der er auf die Frauenemanzipation im Nationalsozialismus eingeht.

  • Es ist herauszufinden, welche These Haffner vertritt (Anforderungsebene I).

  • Es ist aufzuklären und darzustellen, wie sich die Nationalsozialisten die Rolle der Frau vorstellten und wie die Realität im Nationalsozialismus war (Anforderungsebenen I und II).

  • Es ist zu vergleichen, wie „Theorie"/"Anspruch und Wirklichkeit sich zueinander verhielten (Anforderungsebene II).

  • Dieses ist dann auf die These von Haffner zu beziehen, um zu einem eigenen Urteil (Anforderungsebene III) zu kommen.

  • Dazu ist es notwenig, sich selbst mit dem Begriff der „Emanzipation" auseinander zu setzen. Hier wäre dann darauf einzugehen, was in der Geschichte in anderen Zeiten oder auch heute unter Emanzipation der Frau verstanden wurde oder wird.

  • Überlegt werden müsste, wie das medial unterstützt werden könnte (z. B. durch Plakate etc., die die Ideologie des NS zeigen, Fotos, die die Realität zeigen; Tabellen, Statistiken …)

     

Gefragt ist – wie in anderen Fächern auch – natürlich ein weitgehend freier Vortrag.