Bericht FR

VON GABRIELE SÜMER

  

Bei einer Ausstellung über Anne Frank im Kasseler Stadtmuseum begleiten Schüler ihre Altersgenossen. Die Exponate erinnern an das Schicksal des im KZ gestorbenen jüdischen Mädchens, zeigt aber auch Parallelen zu heutigem Antirassismus auf.

 

KASSEL - 1. MÄRZ - Das Anne-Frank-Haus Amsterdam und die örtlichen Veranstalter, darunter die Stadt Kassel und der Verein „Gegen Vergessen und Demokratie", wollen zur Auseinandersetzung mit den Themen Toleranz, Menschenrechte und Demokratie anregen. Im Mittelpunkt der Ausstellung, die bis zum 3. April gezeigt wird, steht die Lebensgeschichte Anne Franks, die 1945 mit 15 Jahren im Konzentrationslager Bergen-Belsen starb. Ihre posthum veröffentlichten Tagebücher wurden weltbekannt.

Besonders junge Menschen fühlen sich vom Schicksal des begabten jüdischen Mädchens angesprochen. Dem trägt das Ausstellungskonzept unter dem Motto „Jugendliche begleiten Jugendliche" Rechnung. 30 Schüler aus der Region ließen sich in einem zweitägigen Seminar ausbilden und führen nun Schulklassen durch die Ausstellung.

Die Nachbildung eines Originaltagebuchs sind ebenso zu sehen wie Fotos und Texte zum Leben Anne Franks, Zeitzeugenberichte und ergänzende Informationen. Die Stärke der Ausstellung sei jedoch ihr Gegenwartsbezug, betont Alexander Link vom Stadtmuseum. Ausgehend vom Schicksal Anne Franks wird die Verbindung zu Rassismus und Antisemitismus in jüngerer Vergangenheit hergestellt.

Die Ausstellung „Anne Frank - eine Geschichte für heute" war bereits in 32 Ländern zu sehen. In Kassel wird sie ergänzt durch ein Rahmenprogramm, das an das Schicksal der in Nordhessen von den Nazis verfolgten Menschen erinnert. Dazu gehört auch ein Film über die Rettungsaktion „Kindertransporte" zu Beginn des Zweiten Welt­krieges, der am 19. März im kleinen Bali-Kino gezeigt wird.

Nähere Infos unter 0561 /7871400.