Religion

Für das Selbstverständnis des Religionsunterrichtes als schulisches Fach ist es sehr aufschlussreich, bei Albert Schweitzer auf Spurensuche zu gehen.

 

 

Der Religionsunterricht

 

  • stellt die Frage nach dem Menschen, stellt die Fragen des Menschen
    Der Religionsunterricht macht es sich zur Aufgabe, das Leben zu identifizieren. Lebenssituationen werden selbst zu Inhalten. Die Ziele des Religionsunterrichts sind darauf ausgerichtet, Schülerinnen und Schüler bei der Bewältigung gegenwärtiger und zukünftiger individueller Lebenssituationen zu unterstützen und sie im Umgang mit diesen zu qualifizieren. Zu diesem Ziel verbalisiert der Religionsunterricht das Leben in seinen vielfältigen Ausprägungen. Dies beinhaltet die Erfahrung, eine Sensibilität zum Leben entwickeln zu können. "Wo komme ich her? Wer bin ich? Wer ist Gott und wo finde ich ihn?"
     
  • bietet existentielle und ethische Orientierung
    Jede/r Jugendliche ist in bestimmten Phasen seines Lebens auf der Suche nach Orientierung. Es gehört mit zu den Zielen eines Religionsunterrichtes, dass Schülerinnen und Schüler christliche und weltliche Vorbilder finden sollen, um ihre Lebensorientierung dabei in positiver Weise zu stärken.
     
  • zeigt, wie sich unsere Lebenswelt in den Gleichnissen und Wundererzählungen der Bibel spiegelt
    Neben ethischen Themen machen aber gerade die Themen den Religionsunterricht interessant, die sich mit der Auseinandersetzung von Religion und Glaubensfragen beschäftigen. Mit den Schülerinnen und Schülern gemeinsam wird sich eine Entdeckungsreise durch die Bibel eröffnen, um die heilige Schrift besser kennen zu lernen. Sie werden alt- und neutestamentliche Texte über einen Gott finden, der sein Volk befreit und jeden Menschen angenommen hat.
     
  • fördert die religiöse Dialog- und Urteilsfähigkeit der Schülerinnen und Schüler
    Neben dem Judentum werden entsprechend der kulturellen Vielfalt auch wichtige Antworten zu den anderen großen Weltreligionen vermittelt und erlebbar dargestellt.  Die Religionen sind Bestandteil unserer Kultur - mittlerweile auch die nichtchristlichen. Globales Lernen im Zeichen von Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung gehört zu den Grundanliegen christlicher Bildung, die aktiv wahrgenommen werden sollten. Denn ein echter Dialog erfordert Gesprächspartner, die eine eigene Überzeugung haben und sie argumentativ vertreten können, die aber auch fähig und bereit sind, den anderen zu verstehen und seine Perspektive einzunehmen.
     
  • spricht den ganzen Menschen an
    Der Religionsunterricht versucht der starken „Verkopfung” des Schulalltags durch die Berücksichtigung von ganzheitlichen und handlungsorientierten Methoden entgegenzuwirken. Hierzu zählen u.a. Meditationen, Rollenspiele und kreative künstlerische Gestaltungsaufgaben.

   
  

Der Religionsunterricht als "ordentliches Lehrfach"

 

Der Religionsunterricht ist als einziges Unterrichtsfach in unserer Verfassung verankert. Nach Art. 7 Abs. 3 des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland ist der Religionsunterricht ein „ordentliches Lehrfach“ an den allgemein bildenden und beruflichen Schulen. Dies wird in Artikel 57 der Hessischen Verfassung und in § 8 des HSchG ausdrücklich festgelegt.

Wie alle anderen Fächer unterliegt der Religionsunterricht der staatlichen Schulaufsicht. Gleichzeitig wird er „in Übereinstimmung mit den Grundsätzen der Religionsgemeinschaften erteilt“. Das heißt, dass die Kirchen und Religionsgemeinschaften die Ziele und Inhalte des Religionsunterrichts verantworten. Der Religionsunterricht ist somit ein konfessionell profilierter Unterricht.

Als ordentliches Lehrfach ist der Religionsunterricht versetzungserheblich. Die Note im Religionsunterricht kann beispielsweise schlechte Leistungen in anderen für die Versetzung maßgeblichen Fächern ausgleichen. Einzelheiten sind in den Richtlinien zum Religionsunterricht vom 1. Juli 1999 (ABl. S. 695) geregelt.

 

Zur Bedeutung des Religionsunterrichts heißt es im Erlass des HKM vom 5. Nov. 2009:

"Die Schule muss nach dem ihr in § 2 des Hessischen Schulgesetzes erteilten Bildungs- und Erziehungsauftrag neben der Vermittlung von Wissen zur Erziehung der Kinder und Jugendlichen beitragen. Schülerinnen und Schüler brauchen in einer immer komplizierteren Welt Hilfen zur Orientierung in ethischen, moralischen und religiösen Fragen. Solche Hilfen zu geben, ist Aufgabe des Unterrichts in allen Fächern, Lernbereichen und Aufgabengebieten. Einen besonderen Beitrag hat dabei der Religionsunterricht zu leisten. In ihm werden die angesprochenen Fragen ausdrücklich gestellt und Antworten auf der Grundlage der Lehren der christlichen Kirchen oder anderer Religionsgemeinschaften gesucht.“" 

(HKM Religionsunterricht Erlass vom 5. November 2009 Z.4 - 870.500.000 - 12 Gült. Verz. Nr. 7205)

 

 

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