Reisebericht der Fahrt nach Aschau ins Zillertal 2013

 

Die letzte Abfahrt

 

Ein letzter Blick, ein tiefer Atemzug und ein kleiner Gruß in einem Augenblick des Abschieds sind alles, woran man denkt, wenn man am Anfang der Piste steht und das Tal erblickt.

Die letzte Abfahrt ist immer etwas Besonderes. Man denkt zurück an die vielen Augenblicke, die vielen Pannen und Glücksmomente. „Es hat sich gelohnt“, flüstere ich vor mich hin. Nun ist die Zeit gekommen, Abschied zu nehmen.

„Am liebsten möchte ich nicht gehen“, sage ich mir. Denn zuhause erwartet mich wieder der Alltag, nichts Nennenswertes. In Aschau allerdings ist die Welt eine andere. Sie scheint mir besser zu sein, vollkommen irgendwie. Die Zeit hier scheint schneller zu sein, sodass man alles um sich herum vergessen könnte, wenn auch nur für einen kurzen Moment.

Ich werde es vermissen, täglich nach dem Aufwachen aus dem Fenster zu schauen und eine weiße, schneebedeckte Landschaft zu sehen. Ich werde die kalte Bergluft vermissen, an die ich mich so sehr gewöhnt hatte. Ich werde all die wertvollen gemeinsamen Stunden vermissen, die uns doch so sehr aneinander schweißten.

Es sind Erinnerungen, die man so schnell nicht mehr vergisst. Eine Woche, über die es sich noch mehrere Jahre reden lässt.

Und wie ich oben auf dem Berg stehe, lächelnd in Gedanken versunken, beginne ich langsam zu fahren. Und ich merke, wie ich jede Kurve und jeden Hügel unter meinen Skiern spüre. Ich genieße das Gefühl ein letztes Mal diese Piste herunter zu fahren.

Fotogalerie: Aschau/Zillertal 2013

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Wie alles begann…

 

Los ging es am Freitag, den 1. Februar eigentlich um 22 Uhr, der Bus verspätete sich allerdings, sodass wir erst um 23 Uhr los kamen. Die Busfahrt verlief weniger spektakulär, wir kamen gut durch und erreichten um kurz vor 8 Uhr Aschau, wo es dann etwas dauerte, bis wir das Haus beziehen konnten, weil noch andere Gruppen vorher abgeholt wurden.
Die Zimmer konnten wir um 10:30 Uhr beziehen und solange warteten wir im Essensraum, wo es mitunter um die Besprechung der Duschabfolge usw. ging. Andere kümmerten sich da um andere Probleme und gingen erst mal in den Supermarkt, um die Vorräte aufzustocken.
Um 12 Uhr gab es dann das lang ersehnte Mittagessen, danach hatten wir bis um 14 Uhr Zeit, wo von Schülern zwei Themengebiete referiert wurden. Diese gingen über die FIS-Pistenregeln und die Erste Hilfe auf der Skipiste.
Sonntag früh ging es dann nach dem Frühstück um 7:30 Uhr um 8:50 Uhr mit dem Skibus in das für einige neue Skigebiet Hoch Kaltenbach. Dort fuhren alle mit der Gondel hoch. Oben angekommen wurde das Aufwärmprogramm von Schülern durchgeführt. Danach gingen alle Schülerinnen und Schüler in die Ski- und Snowboardgruppen. Es gab zwei Ski-Anfänger-Gruppen, eine Ski-Fortgeschrittenen-Gruppe und eine Snowboardgruppe, wo alle Könnensstufen zusammen gefahren sind. Jede Gruppe wurde von einem Schülermentor, das waren die Ski- oder Snowboardkönner, begleitet und unterstützt. Auf der Skipiste fuhren wir meist in denselben Gruppen, außer wenn Schüler sich verletzt hatten, was in den ersten Tagen leider mehrere Male vorkam. Dann fiel ein Lehrer wegen eines Krankenhaus-, Arztbesuches aus, so dass die Gruppen verändert werden und die Schülermentoren mehr helfen mussten. Ähnlich verliefen dann auch die folgenden Skitage.
An den Abenden gab es meist kurze Besprechungen mit Informationen für den nächsten Tag, Schülermentoren und Lehrer tauschten sich aus, trafen sich zur Vorbereitung für den nächsten Tag und an einem Abend referierten Schüler zum Thema „Ski und Umwelt.“ Ansonsten vergnügten wir uns im Spielraum (Tischtennis, Kicker), oder saßen zusammen, spielten und sprachen über das Erlebte.
Ab Mitte der Woche durften wir dann nachmittags in gemischten Kleingruppen frei fahren – begleitet von Schülermentoren und auf vorher festgelegten Pisten. Wir haben es dann sehr genossen, die Abfahrten einfach nur in unserem eigenen Tempo fahren zu können, ohne den Kopf voll zu haben mit Fahraufgaben, die uns vorher von den Lehrern gestellt worden waren. Eine von Schülern vorbereitete und in Gruppen durchgeführte Schnitzeljagd durch das Skigebiet war noch eine schöne gemeinsame Aktion am Schluss der Woche.

 

Abschlussabend

 

Der Abschlussabend war für viele Schüler der Skifahrt ein Highlight. Es war der vorletzte gemeinsame Abend in Österreich. Man merkte, dass dieser Abend besonders sein würde.

Die Skitaufe war ein bedeutender Teil des Abends. Sie wurde von unseren bezaubernden Skigöttinnen Leyla Güvenc und Fiona Gawlik (jeweils Q2) organisiert.

Wie der Name schon verrät, werden Ski- und Snowboardanfänger nach alter Tradition getauft. Der vollständig in Skikleidung angezogen Anfänger wird dabei zu Beginn mit verbundenen Augen in den Raum geführt. Nachdem ein auf die Person abgestimmter Spruch aufgesagt wurde, trinkt der Anfänger ein Getränk – von einem Ski! Das besondere an der Taufe: es kommen alle Elemente zusammen. Der Ski, das österreichische Getränk, als Symbol für das Land und sogar der Schnee wird hier miteinbezogen. Denn nachdem das Getränk getrunken und das T-Shirt fast vollständig mit „Almdudler“ durchnässt wurde, gibt es eine handvoll Schnee auf den Helm. Der Täufling ist mit dieser Prozedur mit diesen Elementen „verbunden“ und darf sich stolz Skifahrer nennen.

Der zweite Teil des Abends bestand aus „Spiel und Spaß“. Man darf es ruhig so nennen, denn an diesem Abend gab es auch ordentlich zu lachen. Die Gemeinschaftsspiele wurden von den verschiedenen Zimmern vorgeschlagen und erklärt. Ein Spiel jedoch wird uns wohl noch ewig in Erinnerung bleiben.

Vorgeschlagen von den Lehrern, war es wohl eins der spannendsten: Drei Gegenstände, drei Handzeichen. Hierbei ging vor allem um Schnelligkeit und Konzentration. Die Mannschaften mussten untereinander durch Händedruck dem vorderen „Läufer“ die Position des richtigen Gegenstandes übermitteln. Das spannende dabei: Sobald der Gegenstand ausgewählt wurde, kehrte Ruhe ein. Jeder wollte der Erste sein, jeder wollte für seine Mannschaft gewinnen. Teamgeist war gefragt und den haben wir auf der Piste täglich üben dürfen. Vielleicht war dies auch der Grund, warum uns das Spiel nicht allzu schwer viel. Auch das Kartenküssen war ein sehr erfolgreiches Spiel. Ein Spiel, bei dem man seinem Partner eine Spielkarte durch Ansaugen übergeben muss. Ja, es lässt sich durchaus sagen, dass wir uns alle irgendwie näher gekommen sind. Ein durch und durch gelungener Abend voller Spaß und Erinnerungen, welche uns noch lange erhalten bleiben werden.

 

Von Merima Lojo, Christoph Kellner und Laurin Neumann