2015: "passt bloß auf!" und "Zeitspiel(e)" Ein facettenreicher Theaterabend  - Aus der Wochenmail vom 19.06.2015

Standing Ovations gibt es auch im Theater nicht allzu oft. Am Dienstagabend aber erfolgten sie - verbunden mit minutenlangem Applaus. Grund für die Begeisterung waren die beiden Aufführung der beiden Kurse des Darstellenden Spiels von Frau Molinksi und Frau Salwiczek.

Angelehnt an den Film „Die fetten Jahre sind vorbei", in der Jugendliche in Villen einbrechen und die luxuriöse Einrichtung durcheinander bringen, aber nichts stehlen, beschäftigte sich die E-Phase von Frau Molinski mit dem ernsten Thema des Aufbegehrens und Grenzüberschreitungen von Jugendlichen. Die Hauptfiguren Jule und Jan und Peter existierten in dreifacher wechselnder Besetzung und stellten sich zu Beginn vor. Die Darsteller erfüllten ihre Rollen glaubhaft, obwohl sie noch nicht einmal ein Jahr DS-Unterricht haben. Doch nicht nur die Jugendlichen, sondern auch die Polizei überschritt die Grenzen in dem Stück: Bei einer Demonstration gegen Kinderarbeit prügelte sie planlos auf einzelne Demonstranten ein. Ein Monolog unterbrach die eindrucksvoll in Szene gesetzte Schlägerei der Polizei, die mit Videoprojektionen unterstützt wurde. Trotz des ernsten Themas gab es viele lustige Ideen, die die Schüler überzeugend umsetzten: Die Spieler selbst verkörperten das Mobiliar der Wohnung und ebenso die Tapete, die einfach nicht halten wollte. Es war eine gelungene Aufführung der E-Phase, die in diesem Schuljahr eigentlich gar nicht präsentieren musste, es sich aber ausdrücklich gewünscht hatte.
 

Der Grundkurs Darstellendes Spiel der Q2 von Frau Salwiczek zeigte die Eigenproduktion "Zeitspiel(e)“. Ausgehend von Texten, Bildern, Liedtexten und Gedichten präsentierten die Schülerinnen und Schüler selbst entwickelte Szenen, die sich mit dem Wunsch und dem Bemühen beschäftigten, die Zeit zu beherrschen, zurückzudrehen oder anzuhalten: Eine Mutter, die nicht wahrhaben will, dass sie älter geworden ist, ein Mann, der in der Zeit zurückreist, um den Tod seiner Frau zu verhindern oder ein Mädchen, das Zeit sammelt, um sie anderen zu schenken. Am Ende fand sogar eine Zeitreise zum Mauerfall statt. Die Schüler beeindruckten mit ihrem sauberen Spiel und besonders mit ihrem intensiven Zeitlupenspiel in den Rückblenden. Während des gesamten Stückes war die Zeit selbst präsent: Sie lief im roten Morphsuit durch das Publikum und über die Bühne und wurde zwischen den Szenen von Wisschenschaftlern auf verschiedene Art und Weise versucht, anzuhalten. Selbst mit Gewalt gelang dies am Ende nicht. Als einziges Requisit dienten leere Wasserkisten, die die Schüler in eindrucksvoller Weise polyfunktional einsetzten: als Handttasche, Bierglas, Mauer oder auch einfach als Sprachbarriere. Ein großes Lob an das intensive Spiel der Schülerinnen und Schüler!

Beide Stücke sprachen alle gleichermaßen an und zu recht gingen die Besucher mit viel Lob nach Hause und freuten sich mit beiden Gruppen über einen mehr als gelungenen Abend.

(Text: Fr. Salwiczek, Hr. Alsenz)