Engagement in dem Bürgerbeteiligungsprojekt zur Umgestaltung des Bebelplatzes in Kassel

Vom Markt zum Bebelplatz

 

 

In Kassel soll ein Platz neu gestaltet werden. Aber Zukunftsentwürfe bedürfen der Vergewisserung, wie etwas entstanden ist und sich veränderte. Die WERKSTATT GESCHICHTE erforschte die Geschichte des Bebelplatzes. Sie produzierte eine historische Ansichtskarte vom Platz, erarbeitete eine Ausstellung, die im Café am Bebelplatz mehrere Wochen lang gezeigt wurde, veranstaltete eine Lesung zum jüdischen Leben im Platz in der Zeit des Aufstiegs des Nationalsozialismus und legte abschließend die Ergebnisse in einer Dokumentation vor, die im Buchhandel und in der Schule erhältlich ist.

Auf der Grundlage eines Originals aus dem Stadtmuseum reproduzierte die WERKSTATT GESCHICHTE eine farbige Ansichtskarte vom damaligen Neumarkt, dem heutigen Bebelplatz aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg und vertrieb sie auf dem ersten Bebelplatztag im März 2001 sowie anschließend in der Buchhandlung, dem Café und einigen Geschäften am Platz.  

In Zusammenarbeit mit dem Stadtmuseum Kassel (insbesondere Dr. Alexander Link), das uns auch materielle Hilfe gab, stellten wir im Sommer 2001 die Geschichte des Platzes im Café am Bebelplatz - also vor Ort - aus. Der Leiter des Stadtmuseums, Karl-Hermann Wegener, eröffnete sie, die HNA berichtete ausführlich - u. a. auch mit einem Foto aus der Ausstellung.

Unter dem Titel "Blonde Jüdin vom Kirchweg" lasen mehrere Teilnehmerinnen der WERKSTATT GESCHICHTE in einer öffentlichen Lesung in der Buchhandlung am Bebelplatz aus den Lebenserinnerungen von Lisel Kahn, die in 20er und 30er Jahren des 20. Jahrhunderts der Nähe des Platzes ihre Kindheit und Jugend verbrachte, den Aufstieg des Nationalsozialismus erlebte. Sie können den Text der Lesung als pdf-Datei runterladen.

Abschließend legten wir eine gedruckte Publikation vor, die in erster Linie in der Buchhandlung am Bebelplatz erhältlich ist:
Wolfgang Matthäus (Hrsg.), Vom Markt zum Bebelplatz. Eine Dokumentation, Kassel 2001 (Schriften der WERKSTATT GESCHICHTE an der Albert-Schweitzer-Schule in Kassel, Heft 3).

 

 

 

 Dokumentation
"Vom Markt zum Bebelplatz"

Vorschlag: Note Eins plus. Was die Schüler der Werkstatt Geschichte an der Albert-Schweitzer-Schule Kassel mit ihrem Lehrer Wolfgang Matthäus da wieder auf die Beine gestellt haben, verdient größtes Lob und Anerkennung. "Vom Markt zum Bebelplatz" heißt eine attraktive Broschüre, in der sie die Geschichte des Bebelplatzes recherchiert und - illustriert mit vielen hochspannenden historischen Fotos - zusammengefasst haben. Mit großem Interesse verfolgen und begleiten die Schüler die Arbeit des Arbeitskreises Bebelplatz sowie seine Pläne für eine Neugestaltung. Doch: "Zukunftsvorstellungen sind darauf angewiesen sich zu vergewissern, was einmal war und wie etwas entstanden ist", heißt es im Vorwort. Bereits zur Ausstellung zum Thema gab es ein begleitendes Leseheft. Jetzt also ist das ganze zu einer wissenschaftlichen Arbeit heran gewachsen, die, so Arbeitskreissprecher Holger H. Möller, zu einer wichtigen Säule der gesamten Arbeitskreis-Arbeit geworden ist. zur Erläuterung der Vorgehensweise der Schüler schreibt Wolfgang Matthäus: "Die Werkstatt Geschichte wandelt nicht auf vorgegebenen Pfaden, sondern eignet sich Geschichte selber an, produziert und mischt sich ein, öffnet die eigene Schule zum Stadtteil." (...)