Vor aller Augen

Historische Fotodokumente des nationalsozialistischen Terrors in der Provinz

   

Die WERKSTATT GESCHICHTE war Mitveranstalter bei dem Projekt "Vor aller Augen". Historische Fotodokumente des nationalsozialistischen Terrors in der Provinz.

 

Im Zentrum stand hier die gleichnamige Wanderausstellung der „Stiftung Topographie des Terrors“ in der Gedenkstätte Breitenau. Sie will darauf aufmerksam machen, dass der Terror in der NS-Zeit nicht selten öffentlich stattfand, Zuschauer und Zeugen hatte.

Eine Aktion in der Innenstadt von Kassel ergänzte diese Ausstellung. Mitten in Kassel, an zentralen Orten wie dem Opernplatz, dem Friedrichsplatz oder vor dem Rathaus zeigten die Nationalsozialisten bereits seit 1933 ihr brutales menschenverachtendes Gesicht. Unter Mitwirkung der WERKSTATT GESCHICHTE wurden vom 18.-27.8.2008 an diesen drei Orten und am Königsplatz Fotodokumente von den damaligen Geschehnissen gezeigt, die auf die historischen Ereignisse und die Ausstellung in Breitenau aufmerksam machen sollten.

Volkshochschule und Gedenkstätte Breitenau veranstalteten am 21.8.2008 einen Rundgang zu diesen Orten, an dem fast 200 Interessierte teilnahmen. 

 

Auf dem Opernplatz bauten die Nationalsozialisten am 1. April 1933 aus Stacheldraht ein symbolisches KZ mit einem eingesperrten Esel auf mit der Warnung, dass dies das Schicksal derjenigen sei, die noch weiterhin bei Juden einkaufen.  

 

 

 

 

 

 

 

  

 

 

 

 

Am 19. Mai 1933 fand auf dem Friedrichsplatz eine Bücherverbrennung statt. Alle den Nazis unliebsamen Autoren kamen auf den Scheiterhaufen. Wo man Bücher verbrennt, verbrennt man am Ende auch Menschen – so Heinrich Heine.

 

 

 

Der Aschrottbrunnen vor dem Rathaus wurde 1938 schwer beschädigt und dann abgerissen. Sigmund Aschrott, der den Brunnen gestiftet hatte, war Jude. Im Stadtbild sollte nichts mehr an Juden erinnern. 

 

 

 

 

  

 

 

 

 

 

 

Bereits zwei Tage vor dem reichsweiten Pogrom gegen die Juden in der "Kristallnacht" begannen die antijüdischen Ausschreitungen in Kassel. Am Morgen des 8. November gab es in Kassel zahlreiche Augenzeugen in der Großen Rosenstraße für die Zerstörungen im Zentrum der jüdischen Gemeinde, die sich in der Nacht zuvor ereignet hatten.

 

 

 

  

 

 

 

 

In der "Kristallnacht" wurde die jüdische Synagoge geschändet, wenige Tage später abgerissen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Rundgang am 21.8.2008 traf auf ein großes Interesse. Fast 200 Menschen erläuterten Gunnar Richter (Gedenkstätte Breitenau) und Thomas Ewald (VHS) die damaligen Geschehnisse.