16.09.2017 Der Sohn eines KZ-Insassen berichtete im Geschichtsunterricht der Jgst. 12 - „Buchenwald nur mit sehr viel Glück überlebt“

16.09.2017 Der Sohn eines KZ-Insassen berichtete im Geschichtsunterricht der Jgst. 12 - „Buchenwald nur mit sehr viel Glück überlebt“

Am 31. August besuchte Wolf Stötzel den Geschichtskurs Ge 25 von Herrn Krüger. Er berichtete den Schülerinnen und Schülern davon, wie das NS-Regime seinen Vaters verfolgte, den Bergmann und kommunistischen Widerstandskämpfer August Stötzel. Dieser verbrachte wegen illegaler Parteiarbeit ab 1934 zunächst drei Jahre im Zuchthaus in Dortmund, bevor er 1937 als einer der ersten Häftlinge (Nr. 660) ins damals neu errichtete KZ Buchenwald kam, das alle Kurs-Mitglieder in der Klasse 9 besucht hatten und daher aus eigener Anschauung kannten. Zudem ist dort 1939 der ehemalige ASS-Schüler Paul Mondschein erschossen worden, an den heute eine Gedenktafel im Verwaltungstrakt der Schule erinnert. Sehr lebhaft schilderte Herr Stötzel die Foltermethoden der Nazi-Schergen, denen sein Vater jedoch widerstand und keine Kameraden verriet. Mit sehr viel Glück überlebte August Stötzel auch die mörderische Arbeit im Steinbruch des KZ sowie später den Angriff alliierter Bomber auf eine nahe gelegene Waffenfabrik, in der er Zwangsarbeit leisten musste. Den Höhepunkt der Ausführungen von Herrn Stötzel bildete die Schilderung der Selbstbefreiung Buchenwalds am 11. April 1945, bei der sich sein Vater zusammen mit anderen Kommunisten gegen das Lynchen von gefangen genommenen SS-Männern einsetze und reguläre Gerichtsverfahren gegen sie erwirkte. Generell wurde ein sehr differenziertes Bild der Lagergesellschaft gezeichnet, in der es bei Häftlingen und SS nicht nur schwarz und weiß gab, sondern auch viele Graustufen. Dies ergänzte und vertiefte die Kenntnisse der Schülerinnen und Schüler über das NS-Lagersystem. Im Anschluss an die Schilderungen stellten sie lebhaft Rückfragen, etwa zum Wissen der Weimarer Bevölkerung über das KZ oder zum weiteren Schicksal von August Stötzel nach dem Krieg. Nach 90 sehr interessanten Minuten dankte Herr Krüger Herrn Stötzel für seinen Besuch an der ASS und überreichte ihm als Erinnerung daran einen kleinen Band mit Texten von Albert Schweitzer. 

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