12.06.2018 Israel Austausch 2018: Unsere Fahrt nach Ramat Gan vom 2.-13. Mai

12.06.2018 Israel Austausch 2018: Unsere Fahrt nach Ramat Gan vom 2.-13. Mai

Endlich war es soweit: Nach den vorausgegangenen Vorbereitungstreffen an Albert-Schweitzer- und Elisabeth-Knipping Schule unter der Gesamtleitung von Herrn Krüger ging unser gemeinsamer Schüleraustausch mit Kassels Partnerstadt Ramat Gan am 2. Mai frühmorgens endlich los.

15 Schüler und Schülerinnen beider Schulen sowie Herr Wohlgemuth und Frau Göbel als verantwortliche Lehrkräfte nahmen kurz vor 5 Uhr morgens den Zug Richtung Frankfurt Flughafen, wo es nach sehr ausführlichen Befragungen vor dem Check-In durch die israelischen Sicherheitskräfte nach Tel Aviv losging.

Am Flughafen Ben Gurion angekommen, wurden wir herzlich von den Austauschpartnern und zwei Lehrerinnen in Empfang genommen. Da die Schüler und Schülerinnen bereits seit Wochen in Kontakt standen, war das erste Kennenlernen locker und entsprechend vertraut. Mit dem Bus ging es dann gleich nach Ramat Gan zu den Gastfamilien.

Bereits am darauffolgenden ersten Besichtigungstag wurde klar, dass dieser Austausch auch klimatisch eine große Herausforderung werden würde; schließlich waren wir am Vortag morgens bei 5°Grad gestartet, um in Tel Aviv bei 37°Grad zu landen. Ausgerüstet mit vielen Wasserflaschen ging es dann auch auf Stadtrundgang und -fahrt in Ramat Gan (Park, öffentliche Open Air Bibliothek und German Quarter) und Tel Aviv mit Besichtigung von Old Jaffa, dem arabischen Viertel und u.a. dem Rothschild Boulevard mit der bekannten Bauhaus Architektur. Zwischendurch waren wir alle froh, wenn wir ab und zu in unseren klimatisierten Reisebus steigen konnten, um uns abzukühlen. Ein sehr abwechslungsreicher Tag mit vielen neuen Eindrücken.

Am Freitag, den 4.5. erwartete uns ebenfalls ein straffes, sehr facettenreiches Programm: Wir fuhren gemeinsam mit den Israelis in den Norden des Landes, um dort die Nacht gemeinsam im Kibbuz Hokuk in der Nähe des Sees Genezareth zu verbringen. Zunächst fuhren wir nach Haifa, wo wir unterwegs immer wieder interessante Informationen unseres Tourguides Doron erhielten. Haifa liegt an der Mittelmeerküste, ist Israels drittgrößte Stadt und ein wichtiger Industriestandort mit großem Hafen.

Wir fuhren auf einen Aussichtspunkt auf dem Berg Karmel, an dessen Hängen sich Haifas Wahrzeichen, der Baha’i- Schrein mit seiner vergoldeten Kuppel befindet und konnten einen Teil des Parks besichtigen.

Anschließend ging es weiter nach Akko, um die alte Kreuzfahrerstadt zu besichtigen. Das Besondere an Akko ist, dass diese Stadt die vollständigste Altstadt des Heiligen Landes neben Jerusalem hat. Dadurch konnte man sich das Leben zu früheren Zeiten auch sehr gut vorstellen. Nach einem Marktbesuch in der Altstadt, wurde unser Ausflug mit einem Rundgang auf der alten Stadtmauer mit grandiosen Blicken auf Altstadt und Mittelmeer beendet.

Auf dem weiteren Weg zum Kibbuz ins Landesinnere, zeigte Doron uns die Golanhöhen in der Ferne, denn dieses Jahr war es aufgrund der politischen Spannungen für Schulklassen nicht erlaubt, sich den Golanhöhen noch weiter zu nähern. Im Kibbuz angekommen, wurden die Unterkünfte von deutsch-israelisch gemischten Gruppen bezogen. Zum Abendessen ging es in weißer Oberbekleidung, da wir gemeinsam den traditionellen Anfang des Sabbat Vorabends (Erev Shabat) gefeiert haben. Davor und danach war noch freie Zeit im klimatisch angenehmen Hügelland zur Verfügung.


Tags darauf ging es zurück nach Ramat Gan. Unterwegs haben wir noch Kapernaum am Nordufer des Sees Genezareth besichtigt, heute eine archäologische Stätte mit Überresten der bedeutenden Römerstatt und ein Zentrum von Jesu Wirken.

Anschließend ging es über Tiberias und Nazareth vorbei an einem Pilgerort, der vermuteten Taufstätte Jesu am Jordan. Wir waren erstaunt über den kleinen Wasserlauf des Jordans, der doch als großer Fluss bekannt ist. Allerdings wird dem Jordan auf seinem Weg so viel Wasser zur Feldbewässerung entnommen, dass er an dieser Stelle und im weiteren Verlauf nur noch ein kleiner Fluss ist. Die Taufstelle diente einigen Schülern auch als willkommene Abkühlung.

Am Samstag fuhren nur wir Deutschen auf Besichtigungstour nach Jerusalem. Nach einem ersten tollen Überblick über die Stadt bekamen wir eine ausführliche Führung durch Teile der Altstadt vor allem mit Besichtigung der Klagemauer (jüdisches Viertel) und der Grabeskirche (christliches Viertel) und anschließender Freizeit, wo einige ihr Geschick im Handeln auf einem naheliegenden Markt erprobten.


           

Am Sonntag ging es dann mit den Israelis zusammen auf eine 4tägige Tour Richtung Eilat am Golf von Akaba an der Südspitze Israels. Da es ausnahmsweise an diesem Tag in der Wüste Negev regnete, musste unser Programm leicht verändert werden. Zum Glück war unser Ausflug zum Toten Meer, dem auf 440 Meter unter Null tiefstliegendstem Gewässer der Welt nicht gefährdet, was für uns Deutsche sicherlich ein Highlight dieser Reise war. Das Gefühl wie ein Gummiball auf dem salzhaltigsten Gewässer der Welt zu dümpeln und nicht unterzugehen ist unbeschreiblich.

   

Danach ging es weiter zu einem Beduinencamp in der Negev, wo die Schüler die Nacht in einem Beduinenzelt verbrachten. Zunächst durften wir Kamelreiten ausprobieren, eine teils wackelige aber sehr lustige Erfahrung. Im Camp bekamen wir abends noch viele Informationen über das traditionelle Leben der Beduinen mit anschließendem Trommel-Workshop.

Auf dem Weg weiter Richtung Süden passierten wir den berühmten Mitzpe Ramon Krater mit angeschlossenem Visitor Center, um dann entlang des ägyptischen Grenzzaunes am Nachmittag in Eilat am Golf von Akaba einzutreffen, das Hotel zu beziehen und nach der Hitze der Wüste den Pool zusammen mit den Israelis zu genießen.

Am Mittwoch durften die deutschen Schüler morgens Schnorcheln, ein tolles Erlebnis, zumal wir das große Glück hatten, dass wir an diesem Tag im klaren Wasser alles sehen konnten, nachdem in den Tagen zuvor Sandstürme das Schnorcheln verhindert hatten.  Zurück in Eilat haben wir die Mittagszeit zusammen mit den Israelis auf einer wunderschönen Tour an Bord eines Großseglers mit Barbecue genossen.

 

Am Folgetag ging es zurück Richtung Totes Meer, um die alte Bergfeste Masada aus der Zeit vor Christi Geburt zu besuchen. König Herodes baute sie aus, sie ging in ihrer wechselvollen Geschichte zunächst an die Römer, dann an Juden über. Wir konnten zum Glück mit der Seilbahn auf die Festung fahren, wo Doron uns die Anlage zeigte. Von dort oben hatten wir aufgrund der Hitze einen flirrenden Blick hinunter auf das Tote Meer. Abends trafen wir dann wieder in Ramat Gan ein.

                 

Am Freitag ging es mit dem Bus nach Jerusalem zur Holocaust Gedenkstätte Yad Vashem. Auf diesen Besuch hatten sich unsere Schüler besonders vorbereitet. Wir sahen uns zunächst die Menora- Skulptur am Eingang der Knesset, dem Sitz des israelischen Parlaments an. Danach bekamen wir eine eindrucksvolle Führung durch das Museum von Yad Vashem, wo unser Guide gerade am Beispiel von Einzelschicksalen den Leidensweg der Juden verdeutlicht hat. Laut Erzählungen unserer Schüler hatte der Besuch der Gedenkstätte im Vorfeld unsichere Gefühle hervorgerufen. Als einige israelische Schüler erzählten, ihre Vorfahren seien alle in deutschen Konzentrationslagern gestorben, kamen auch Schuldgefühle und Beklemmung auf deutscher Seite hoch, die wiederum von Seiten der Israelis sofort zurückgewiesen wurden.

Insgesamt gesehen war die gemeinsame Erfahrung des Besuchs von deutschen und israelischen Jugendlichen der Gedenkstätte mit einer abschließenden Zeremonie trotz oder aufgrund der auftauchenden Beklemmungen aber gerade mit dem Wissen um 10 Tage intensiven und fröhlichen Austausch mit viel gemeinsamem Spaß sicherlich die ergreifendste Erfahrung unserer Fahrt.

 

Am letzten Tag fand bis auf die Abschiedsfeier am Abend kein Programm statt und am Sonntag ging es zurück nach Deutschland. Wir hatten eine tolle, abwechslungsreiche und hochinformative Fahrt durch ganz Israel. Die tränenreiche Verabschiedung am Flughafen zeigt, dass sich neue Freunde gefunden haben und die Schüler und Schülerinnen eine ganz intensive Zeit mit den Israelis verbracht haben.

Wir freuen uns schon auf den Gegenbesuch der Israelis Anfang August bei uns in Kassel!

                                                                                               (Text und Bilder: I.Göbel)

 

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