Kassel macht Geschichte – Der Geschichte-LK Q 4 besuchte die Ausstellung „1918“ im Stadtmuseum

Kassel macht Geschichte – Der Geschichte-LK Q 4 besuchte die Ausstellung „1918“ im Stadtmuseum

Im Herbst 2018 jähren sich zum hundertsten Mal das Ende des Ersten Weltkriegs und der Beginn der Weimarer Republik. Welche Folgen hatte der Krieg für die Stadt Kassel, für das Umland und die Gesellschaft, welche Veränderungen brachte die Weimarer Republik? Diesen Fragen gingen die Schülerinnen und Schüler des Geschichte-LK im Rahmen der Ausstellung „1918“ im Stadtmuseum Kassel nach. Neben den historischen Fakten nahmen sie auch im Rahmen ihres aktuellen Themas „Geschichtskultur“ unter die Lupe, wie Geschichte vermittelt wird und welche besonderen Schwerpunkte in der Ausstellung gesetzt werden.

In Kassel wirkten ab 1918 gleich zwei bekannte Persönlichkeiten: Generalfeldmarschall Paul von Hindenburg leitete von Kassel-Wilhelmshöhe aus die Demobilisierung der deutschen Truppen und der SPD-Politiker Philipp Scheidemann übte von 1919 bis 1925 das Amt des Oberbürgermeisters in seiner Heimatstadt aus. Scheidemann hatte am 9. November 1918 vom Berliner Reichstagsgebäude das Ende der Monarchie und die Deutsche Republik ausgerufen.

Ausgehend vom Ende des Ersten Weltkriegs widmet sich die Ausstellung neben der unmittelbaren Nachkriegszeit vor allem den zukunftsweisenden kulturellen, gesellschaftlichen und politischen Entwicklungen in der Weimarer Republik. Der Alltag der Menschen in dieser turbulenten Zeit war geprägt von gegensätzlichen Erfahrungen und Empfindungen. So konnte die Aufbruchsstimmung nach Gründung der ersten deutschen Demokratie nicht über die materiellen Notzeiten hinwegtäuschen: Den neuen politischen und kulturellen Freiheiten standen Lebensmittelknappheit, Wohnungsnot und Arbeitslosigkeit gegenüber.

Die Schülerinnen und Schüler lernten diese turbulente Zeit anschaulich und lebensnah kennen. Eine lebensgroß gezeichnete Straßenszene Ende 1918 führt auf den Kasseler Königsplatz. Einen besonderen Hingucker bieten Grafiken und Gemälde von Künstlerinnen und Künstlern, die das politische und gesellschaftliche Leben auf vielfältige Art und Weise spiegeln. Eine neue Pädagogik versuchte, den Drill der Kaiserzeit in den Schulen zu verdrängen, und die Volkshochschulen erlebten durch den Hunger nach Bildung einen regelrechten Boom. Nach der Führung durften die Jugendliche in der obersten Etage des Museumsturms 3 Punkte für ihnen besonders wichtige Werte aus der Weimarer Republik vergeben. Mit einem kurzen Abstecher zum Modell des im 2. Weltkrieg stark zerstörten Kassels, bei dem Herr Krüger fachkundig Auskunft zu den einzelnen Gebäuden gab, endete dieser Besuch eines außerschulischen Lernortes.

 

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