NACHHALL llltig RIPA 30.11. - 01.12.2018

NACHHALL llltig	RIPA 30.11. - 01.12.2018

Ein mehr als aktuelles Thema, das am Freitag in der Aula im Mittelpunkt eines besonderen Abends stand. Selten war ein Abend so konzentriert - und das nicht nur auf die Inhalte bezogen, die von den Klassen 5 in Liedern, Texten, Bildern und Spielszenen  umgesetzt wurden, sondern vor allem hinsichtlich der Aufmerksamkeit in der mehr als gut gefüllten Aula.

Die beiden Moderatorinnen Marisa Hempelmann und Johanna Wieditz aus der Q3 führten zum vierten Mal sicher durch den Abend, den ein Chor der Klassen 5c und 5e unter Leitung von Frau Pape mit zwei ansteckenden Liedern eröffneten. Herr Crede griff dies bei seiner Begrüßung auf und freute sich auf eine interessante Veranstaltung.

 

Collage 1

Die Erzählung „Der Mann, der Bäume pflanzte“ von Jean Giono präsentierte die Klasse 5b in eigenen Bildern und Texten. Der Schäfer Elzeard Bouffier hatte mit dem Pflanzen unzähliger Eichen eine öde Landschaft und ein verlassenes Dorf wieder zum Leben erweckt. Die Klasse schloss ihre Vorstellung mit dem Satz: „Wenn man  bedenkt, was ein einziger Mann mit seinem Willen und seiner Hoffnung geschaffen hat.“ Eine eindringliche und stimmungsvolle Darbietung, welchen NACHHALL ein einziger Mensch erzeugen kann.

Die Klasse 5a stellte in Spielszenen unser Leben das Leben am Chambira gegenüber. Bei einer Verletzung auf dem Schulhof werden bei uns innerhalb kürzester Zeit alle Hebel in Bewegung gesetzt, um schnell und umfassend zu helfen. Für ein Urarinakind kann es bedeuten, dass es erst nach zwei Tagen großer Schmerzen in der Klinik ankommt und das Bein eingegipst werden kann.

Johanna und Marisa hatten in den letzten Tagen Kontakt zu Hannah und Sarah, den Ärztinnen in der Klinik Tucunaré. Die Moderatorinnen resümierten: „Letztendlich geht es uns gar nicht anders als den Urarinas am Rio Chambira. Uns fällt es ebenso schwer eine Vorstellung davon zu entwickeln, was unser Handeln zukünftig bedeutet. Unser Horizont ist an sehr vielen Stellen auf die Gegenwart beschränkt. Wir aber haben jederzeit Zugriff auf Informationen und Wissen über die ökologischen Zusammenhänge. Dies verleiht uns keinesfalls das Recht zur Bevormundung, aber es verpflichtet, eine Hand hinzuhalten.“

 

Collage 2

Durch die thematischen Impulse war der Vortrag von Dr. Louise Rech vom Vorstand des „Freundeskreises Indianerhilfe“ sehr gut vorbereitet. Frau Dr. Rech spannte den Bogen von ihrer ersten Begegnung mit dem FKI und RIPA im Dezember 2010 an gleicher Stelle und dem heutigen Abend. Aus dem Unbekannten von damals sei sie auf den Bildern der Ausstellung im Flur bekannten Gesichtern und Geschichten begegnet. Von 2011 bis 2013 lebte und arbeitete sie mit ihrem Mann in der Clinica Tucunaré am Rio Pachitea. Die Urarinas seien ihr in dieser Zeit sehr ans Herz gewachsen.

Louise Rech hatte mit ihrem spannenden und authentischen Vortrag die Herzen und die Aufmerksamkeit aller in der Aula gewonnen. Nicht nur die Zahlen beeindruckten: 57 Dörfer betreut die Klinik mit etwa 5000 – 8000 Menschen, viele Stunden, zum Teil sogar Tage braucht man zu den entlegenen Siedlungen. Immer wieder erkranken die Menschen an Malaria oder anderen Tropenkrankheiten, die meisten Menschen erreichen das Alter von 60 Jahren nicht. Ganz still wurde es, als Frau Dr. Rech bekannte, dass sie keine Urarinafrau kennen würde, die nicht mindestens ein totes Kind zu betrauern hätte.

Die gespannte Stille, wenn Louise voller Empathie von dem Leben mit dem kleinen Volk der Urarinas erzählte, löste sich in einen langanhaltenden und dankbaren Beifall auf. Ein Augenblick mit Gänsehaut!

Da fiel es Herrn Crede nicht schwer, allen Mitwirkenden herzlich zu danken, Blumen, Buchgeschenke und Gutscheine zu überreichen.

Mit einem wunderschönen Friedenslied verabschiedeten Frau Scherbaum und ihre Klasse 5d die Menschen nach Hause. Frieden, der die Not lindert, entsteht nur dort, wo Menschen sich begegnen und sich füreinander verantwortlich fühlen.

 

RIPA-Basar

Der RIPA-Basar am Samstag konnte seine Versprechen wieder in jeder Beziehung einlösen. Schon vor dem eigentlichen Beginn um 10.00 Uhr füllten sich die Flure und Räume. Mit allen Sinnen konnte wahrgenommen werden, was den Menschen geboten wurde: „Fliegende Händler“ boten auf dem Hof und in den Fluren ihre Waren feil, Lose wurden gekauft und eingelöst, selbstgebackene Kuchen und Plätzchen genossen. Ehemalige freuten sich über unverhoffte oder verabredete Wiedersehen mit Mitschülern oder Lehrern. Es roch nach Kaffee, Crepes und Waffeln. Kunstvolle Adventskränze fanden ihre Käufer, grüne Mistelzweige und bunte Karten und was sonst noch gebastelt und gemalt worden war:  eine vielfarbige Collage des Engagements.

Gemeinsam hat sich die Schulgemeinschaft auch dieses Jahr dem Anspruch Albert Schweitzers verpflichtet: „Was ein Mensch an Gütigkeit in die Welt hinausgibt, arbeitet an den Herzen und dem Denken der Menschen.“

 

Collage 3

Herr Crede, der das RIPA-Wochenende zum ersten Mal erlebte, schrieb an das Kollegium: „Wir können meiner Einschätzung nach als Schulgemeinde unheimlich stolz auf diesen Fixpunkt im Schuljahreskalender sein, denn wir vermitteln unseren Schülerinnen und Schüler, dass es Freude machen kann, anderen zu helfen, wir öffnen die Augen unserer Kinder für Menschen, die weit entfernt von uns unter ganz anderen Bedingungen leben, wir gewinnen aber auch als Schulgemeinde eine Veranstaltung, die Identität schafft, die die Mitglieder der Schulgemeinde der Albert-Schweitzer-Schule auszeichnet und selbst Ehemaligen im Rückblick auf Ihre Schulzeit nach Jahrzehnten im Gedächtnis haften bleibt.“

Frau Juliane Diener, die Mutter eines Schülers der Klasse 5e schrieb nach dem RIPA-Wochenende ihre Eindrücke an Herrn Dr. Rappert, den Vorsitzenden des FKI.

„Hallo Herr Rappert,

für mich als Mutter eines Fünftklässlers war es gestern das erste Ripa-Fest an der ASS. Ein tolles Ereignis, eine wunderbare Atmosphäre an der gesamten Schule! …  Unheimlich wertvoll für uns als neue Klasse ist besonders der Zusammenhalt, den wir durch die Aktion gewonnen haben und der viele Spaß.

Ich würde mich gerne persönlich (bei Frau Dr. Louise Rech) für den wahnsinnig tollen und kurzweiligen Einblick in die Arbeit am Projekt bedanken. Ihre Ausführungen waren tatsächlich der entscheidende Schlüsselmoment, um zu realisieren, wofür wir uns engagieren.“

Die Auszählung am Nachmittag brachte die Gewissheit, dass beim Basar wieder mehr als 16.000 Euro eingekommen waren. Mit der Tausend-Euro-Spende des Abijahrgangs 2018 und anderen Spenden können inzwischen knapp 18000 Euro an den FKI überwiesen werden.

Ein besonderer Dank gilt Frau Dr. Möller, Frau Jilg, Herrn Kaun und Herrn Spahn für ihr Engagement im Vorbereitungsteam.

Text:  Peter Riehl

Noch einmal möchten wir auf die Bankverbindung für RiPa hinweisen. Denn es gibt sicher manchen, der noch im Nachhinein die Arbeit am Rio Pachitea unterstützen möchte.

Überweisen Sie bitte Ihre Spende auf das Konto des Fördervereins der ASS.  Schreiben Sie in das Feld Verwendungszweck: RIPA, Ihren Namen und Ihre vollständige Anschrift.  Frau Dümer, die Kassenwartin des Fördervereins, wird die Zusendung einer Spendenquittung veranlassen.

Förderverein Albert-Schweitzer-Schule e.V.

IBAN: DE97 5205 0353 0000 0423 30, BIC: HELADEF1KAS

 

 

Fotogalerie: NACHHALL llltigRIPA 30.11. - 01.12.2018

/album/fotogalerie-nachhall-llltigripa-30-11-01-12-2018/ripa1-jpg1/
/album/fotogalerie-nachhall-llltigripa-30-11-01-12-2018/ripa2-jpg1/
/album/fotogalerie-nachhall-llltigripa-30-11-01-12-2018/ripa3-jpg1/

Site durchsuchen